Baukulturführer 01

Kulturspeicher, Würzburg

Format: 11,5 x 16,5 cm

Umfang: 32 Seiten, geheftet

Erscheinung: 2003

ISBN: 978-3-936721-50-8

Preis: 3,50 €

Anzahl:

Dieses historische Denkmal, ein ehemaliges Lagerhaus, das heute als Kulturspeicher bekannt ist, beherbergt ein Museum, das die städtische Kunstgalerie und eine private Sammlung Konkreter Kunst vereint. Es ist ein wirklich beeindruckendes Gebäude von enormer Präsenz, das es verdient, weit über seine lokale Bedeutung hinaus eine große Wirkung zu entfalten. Im Sinne der von Rudolf Schwarz propagierten "Interpretativen Konservierung" setzt dieser kühne und zugleich sensible Umbau Maßstäbe für den zukünftigen Umgang mit historischen Gebäuden. Obwohl die Architekten den Altbau bis auf die fast 16 Meter hohe Holzbalkenkonstruktion im Foyer komplett entkernt haben, ist es ihnen gelungen, den Charakter des Ortes zu bewahren und seine ehemalige Funktion ablesbar zu machen. Die behauenen Steine der Fassade sind noch sichtbar, ebenso wie die alten Stahlbeschläge und die verwitterten Schriftzüge des ehemaligen Nutzers.

Die Struktur der Lagerhalle mit ihren drei Giebeln, zwischen denen die Lagerebenen aufgespannt sind, wurde von den Architekten für die neue Funktion des Gebäudes übernommen. Mit dem Unterschied, dass die weißen Galerieräume nun wie Schreine in freistehende Betonkuben gesetzt sind. Auf der dem Fluss zugewandten Seite erstreckt sich ein geschwungenes System von Stegen und Treppen über die gesamte Länge des Gebäudes, das nicht nur die Erschließung des Museums, sondern auch faszinierende Ausblicke durch, in und aus dem Volumen ermöglicht. Für die neuen Kopfenden des Gebäudes entwarfen die Architekten eine Glasfassade mit einer Natursteinblende. Die massiven, gekippten Lamellen erlauben einen ungetrübten Blick in das Innere des Gebäudes. Das scheinbar entmaterialisierte Glas, das die containerartigen Anbauten für das Restaurant, die Besucherterrasse und die Verwaltungsbüros auf der dem Fluss zugewandten Seite verkleidet, wirkt seltsam massiv und fast undurchlässig.


This historical monument, a former warehouse now known as the Kulturspeicher, literally Culture Store, houses a museum combining the municipal art gallery and a private collection of Concrete Art. It is a truly impressive building of tremendous presence that deserves to make a major impact far beyond its local importance. In the spirit of ‚Interpretative Conservation‘ propagated by Rudolf Schwarz, this bold yet sensitive conversion sets standards for a future approach to historic buildings. Although the architects completely gutted the old buidling but for the almost 16 metre high timber beam structure in the foyer, they have succeeded in preserving the character of the place and making its former function legible. The rogh hewn stones of the facade are still visible, as are the old steel fittings and the weathered lettering of the former user.

The structure of the warehouse with its three gables between which storage levels are spanned has been adopted by the architects for the building’s new function. The difference is that now, the white gallery rooms are set in free-standing concrete cubes like shrines. On the side facing the river, a sweeping system of walkways and stairs stretches the entire length of the building, providing not only circulation to the museum but also fascinating views through, into and out of the volume. For the new head ends of the building, the architects designed a glass facade with a natural stone blind. The solid, tilted slats allow an unclear view into the interior of the building. The seemingly de-materialised glass which clads the ‚container‘ style add-ons housing the restaurant, visitors’ terrace and administrative offices on the side facing the river appears strangely solid and almost impermeable.


Ausgezeichnet mit dem BDA Preis Bayern 2003
Bauzeit: 05/1999–02/2002
Architekten: Brückner & Brückner, Tirschenreuth
Herausgeberin: Nicolette Baumeister, München / Berlin
Verlag: Büro Wilhelm. Verlag, Amberg

Mit englischer Zusammenfassung

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